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Atopische Dermatitis

Definition

Als Atopie bezeichnet man bestimmte allergische Erkrankungen mit einer Überempfindlichkeit auf ansonsten harmlose, natürliche und künstliche Umweltstoffe. Dabei werden typischerweise vermehrt bestimmte Antikörper (sogenannte IgE-Antikörper) gebildet.

Unter Dermatitis versteht man eine Entzündung der Haut.

Eine atopische Dermatitis ist also eine Entzündung der Haut verursacht durch eine allergische Reaktion. Es ist eine Form von Ekzem.

Es handelt sich um keine bösartige Krankheit und ist nicht ansteckend, kann aber trotzdem die Lebensqualität negativ beeinträchtigen.

Die atopische Dermatitis ist eine chronische Krankheit, welche sich meistens im Kindesalter entwickelt, schubweise auftritt und oft mit der Pubertät rauswächst. Trotzdem leiden ungefähr 10-15% weiterhin an dieser Krankheit. Ebenfalls kann ein Rückfall im Erwachsenenalter vorkommen.

 

Risikofaktoren/Ursachen

 

Die Ursachen der atopischen Dermatitis sind noch nicht genau erforscht, man weiß aber mittlerweile das Erbfaktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielen können.

Eine Ursache von Neurodermitis ist die erbliche Disposition. Der Übertragungsmodus der atopischen Dermatitis ist sehr komplex: Man kann in gewisser Weise Träger sein, ohne jemals Symptome aufzuweisen. Studien haben gezeigt, dass auch, wenn beide Eltern keine atopische Dermatitis haben, das Risiko beim Kind trotzdem 9% beträgt. Dieses Risiko steigt auf 21%, wenn ein Elternteil und auf 45%, wenn beide Elternteile an atopischer Dermatitis leiden.

Schübe können durch viele Faktoren verursacht werden, zum Beispiel:

  • trockene Haut, Juckreiz

  • reizende Substanzen (Parfum, …)

  • Bakterien (Staphylokokken, …)

  • Zahnen

  • Allergene

  • Stress

Schübe treten vermehrt im Winter auf.

 

Symptome

Die Hauptsymptome der Atopischen Dermatitis sind quälender Juckreiz, lokale Hautverdickungen und Prurigoknoten. Meist sind die Körperpartien

wie Ellenbogen, Kniekehlen, Nacken und Gesicht betroffen. Im akuten Zustand ist die Haut entzündet, rot und nässend, im chronischen Zustand ist sie trocken und schuppig.

Je nach Alter sind unterschiedliche Körperbereiche von Neurodermitis besonders häufig betroffen.

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Komplikationen/ Wann zum Arzt?

 

In folgenden Fällen muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden:

  • bei Verdacht auf Superinfektionen durch Bakterien, Viren (Herpes) oder Pilze

  • bei starker Entzündung mit quälendem Juckreiz der betroffenen Hautpartien

  • wenn weitere Symptome wie Atembeschwerden, Fieber oder allergische Rhinitis hinzukommen und sich der Hautzustand nicht bessert.

Behandlung

Lokale Behandlung

     1. Die richtige Pflege

Nach dem Motto „feucht auf feucht“ und „fett auf trocken“. Fette Salben auf trockener Haut im chronischen Zustand stabilisieren die Barrierefunktion. In den akuten Phasen werden Pflegeprodukte mit erhöhtem Wassergehalt zur Kühlung und Juckreizstillung bevorzugt.

     2. Kortisoncremes

Mittel der ersten Wahl in den akuten Phasen sind mittelstarke bis starke Kortisoncremes. Achtung, die meisten Präparate sind rezeptpflichtig.

     3. Immunmodulatoren

Werden in akuten Phasen, aber auch über einen längeren Zeitraum angewendet. Achtung, diese Präparate sind rezeptpflichtig und dürfen NICHT in der Schwangerschaft und Stillzeit aufgetragen werden!

Orale Behandlung

     1. Antihistaminika H₁

Antihistaminika der ersten Generation werden bei Neurodermitis zur Juckreizstillung eingesetzt. Ebenfalls haben diese Mittel eine sedierende Wirkung, welches bei starkem Juckreiz vor allem in der Nacht, von Vorteil ist.

     2. Kortison

Methylprednisolon wird zur Linderung von akuten Schüben eingesetzt, da es eine entzündungshemmende, antiallergische und juckreizstillende Wirkung hat. Kortison zum Einnehmen ist rezeptpflichtig.

     3. Immunmodulatoren

Die rezeptpflichtigen Wirkstoffe wie Cyclosporin, Methotrexat und Dupilumab werden zur Behandlung von Neurodermitis eingesetzt, in akuten wie auch in chronischen Fällen. Achtung, Methotrexat darf nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden.

     4. Desensibilisierung

Da eine atopische Dermatitis häufig in Zusammenhang mit einer Allergie steht, kann es helfen, das Immunsystem mit Hilfe einer Desensibilisierung langsam an das eigentlich harmlose Allergen zu gewöhnen.

 

Homöopathie

Neurodermitis-Patienten, die sich eine homöopathische Behandlung wünschen, können diese ergänzend zu den basistherapeutischen Maßnahmen anwenden. Sie dürfen die Basistherapie aber keinesfalls ersetzen!

In der Homöopathie werden viele Präparate, wie Zinkum metallicum, Thuja, Natrium muriaticum, Arsenicum album oder Sulfur angewendet. Um das passende Präparat zu finden, muss man allerdings die genauen Symptome eines Patienten kennen, welche von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein können. Daher kann man keine allgemeine Empfehlung für alle Neurodermitis-Patienten aussprechen. Die Präparate sind also individuell auf den Patienten abgestimmt.

 

Phytotherapie

Nachtkerzenöl kann zur Verbesserung der Hautlipidschicht eingenommen und aufgetragen werden. Nachtkerzenöl wirkt entzündungshemmend, antiallergisch, juckreizlindernd und hautregenerierend.

Zur äußerlichen Anwendung eignet sich auch Sheabutter (unraffiniert) und Kamillenblüten (als Bad oder als Creme). Sheabutter wird vor allem zur Pflege von trockener Haut eingesetzt, der sie ihre Geschmeidigkeit zurückgibt und beruhigend wirkt. Kamille wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell, juckreizstillend und wundheilungsfördernd.

Die atopische Dermatitis muss immer richtig und sorgfältig behandelt werden.

Es ist ein ständiger, unerlässlicher Kampf an zwei Fronten:

  • regelmäßige Pflege, um die Dermatose und auch die Häufigkeit der Schübe zu reduzieren.

  • die Behandlung der akuten Schübe, um diese zu lindern und um Superinfektionen zu verhindern.

Tipps zur Vorbeugung von atopischer Dermatitis

 

  • Falls keine Allergie besteht, sollte man bei der Wäsche einen Weichspüler benutzen.

  • Reizende Textilien vermeiden (Wolle, synthetische Textilien), Leinen und Baumwolle bevorzugen.

  • Frische Temperatur im Schlafzimmer, sich nachts nicht zu viel zudecken.

  • Rauchen, auch Passivrauchen meiden.

  • Eine körperliche Aktivität ist zu empfehlen.

        (Achtung, nach dem Schwimmen gut abtrocknen und danach eincremen, da Chlor austrocknend wirkt.) 

  • So kurz wie möglich baden, max. 2-5 Minuten und in lauwarmen Wasser (35-36°C).

  • Anstelle von Duschgels und Schaumbäder eher Dusch- bzw. Badeöle verwenden. Am besten ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Zu berücksichtigen ist der saure pH-Wert der Haut.

  • Sich nicht zu fest mit dem Handtuch abtrocknen, die feuchte Haut eher trocken tupfen. Das Bad gut heizen und das Kind eher an der Luft trocknen lassen, die feuchte Luft hat einen beruhigen Effekt auf die Haut.

  • Die Haut regelmäßig eincremen, min. 1-2x/Tag. Offene Stellen aussparen!

  • Cremes ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe verwenden. Zu berücksichtigen ist der saure pH-Wert der Haut.

ACHTUNG!!

  • Niemals feuchtigkeitsspendende Cremes auf eine sehr entzündete Haut auftragen! Da die Haut zu diesem Zeitpunkt sehr empfindlich ist.

  • Feuchtigkeitscremes sind nur in den nicht akuten Phasen aufzutragen, oder aber auf Stellen, wo die Heilung schon begonnen hat.

  • Während eines Schubs sollten nur die vom Arzt verordneten Mittel auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

  • Ob eine Creme gut vertragen wird ist leider von Person zu Person unterschiedlich. Am besten testet man die Verträglichkeit der Creme auf einer kleinen Stelle am Unterarm.