Schwimmen im Bikini

Blasenentzündung

Was ist eine Blasenentzündung?

 

Die Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, gehört zu den Harnwegsinfektionen. Bei einer Blasenentzündung handelt es sich, wie der Name schon verrät, um eine Entzündung der Blase.

Hauptverursacher sind in den meisten Fällen harmlose Darmbakterien, wie zum Beispiel Escherichia-Coli, die über die Harnröhre bis in die Blase aufsteigen, sich dort ansiedeln und Entzündungsreaktionen an der Blasenschleimhaut auslösen.

In vielen Fällen kommt es zu rezidivierenden Blasenentzündungen (wenn die Infektion mehr als drei mal pro Jahr auftritt), dadurch kann eine chronische Zystitis oder eine Reizblase entstehen. Um dies zu vermeiden ist es wichtig, jede Blasenentzündung ausreichend lange zu therapieren.

Symptome:

 

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen

  • ständiger Harndrang

  • Unterleibsschmerzen

  • Blut im Urin

Risikofaktoren:

 

  • Geschlechtsverkehr, bzw. verzögertes Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr (daher auch der Begriff «Honeymoon-Zystitis)

  • falsche oder übertriebene Intimhygiene

  • Schwangerschaft, da der erhöhte pH-Wert des Urins in der Schwangerschaft zur Vermehrung der Bakterien führt

  • lokale Unterkühlung, zum Beispiel durch nasse Badekleidung

  • zu geringe Trinkmengen am Tag

  • Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder ein geschwächtes Immunsystem

  • Anatomische Besonderheiten, zum Beispiel eine zu enge Harnröhre

 

 

Selbstmedikation oder Artzbesuch?

 

Nur unkomplizierte Blasenentzündungen, d.h. mit leichten Beschwerden, sind für die Selbstmedikation geeignet. Auẞerdem sollte der Infekt nicht länger als 3-5 Tage andauern.

Ein Arztbesuch ist anzuraten bei:

  • starken oder über mehreren Tagen (>5) andauernden Schmerzen

  • häufig wiederkehrenden Infekten

  • Blut im Urin, bzw. stark riechendem oder sehr trübem Urin

  • Fieber, Schüttelfrost

  • Übelkeit

  • Schwangerschaft

  • Männern

  • Kindern <12 Jahre

  • chronisch Kranken (Diabetes, schwaches Immunsystem)

 

 

Behandlung:

In der Selbstmedikation sind pflanzliche Produkte Mittel der ersten Wahl.

 

Medikamentös

 

Ibuprofen

Hat eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung.

Dosierung, ab 12 Jahre: 400mg 3 mal täglich, zu den Mahlzeiten und mit einem Abstand von 6 Stunden zwischen 2 Tabletten.

Paracetamol

Hat eine schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkung.

Dosierung, ab 12 Jahre: 500mg 3-4 mal täglich, maximal 3g pro Tag.

Antibiotika (rezeptpflichtig)

Wird nur bei starken Blasenentzündungen verabreicht.

Schluckimpfung (rezeptpflichtig)

Bei immer wiederkehrenden/chronischen Harnblaseninfekten ist es ratsam eine Impfung in Form von Tabletten durchzuführen. Diese Impfung enthält ein Extrakt aus Escherichia Coli.

Dosierung: 1 Tablette morgens nüchtern während 3 Monaten.

 

Pflanzliche Mittel

 

Cranberry

Die Inhaltstoffe sollen Bakterien daran hindern, sich an der Blasenwand anzuheften. Cranberry Produkte können ohne Altersberschränkung und auch in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Meistens wird Cranberry zur Prophylaxe angewendet.

Bärentraubenblätter

Haben eine desinfizierende Wirkung auf die ableitenden Harnwege. Für eine akute Harnwegsinfektion gilt eine Therapiedauer von einer Woche für maximal fünfmal im Jahr.

Nicht geeignet für Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahre.

Blasen- und Nierentees

Birkenblätter, Goldrutenkraut, Ortosiphonblätter, Schachtelhalmkraut,… sind typische Inhaltsstoffe in Blasen- und Nierentees. Diese wirken harntreibend/wassertreibend, sie werden also eingesetzt um die Bakterien auszuspülen.

D-Mannose

Mannose ist ein Einfachzucker, der sich mit den Bakterien in der Harnblase verbindet, wodurch diese sich nicht mehr in der Blase anheften können und demzufolge mit dem Urin ausgeschieden werden. D-Mannose wird zur Vorbeugung und Behandlung von leichten Harnwegsinfekten eingesetzt.

 

Homöopathie

Cantharis

Mittel der Wahl bei einer beginnenden/akuten Blasenentzündung, jedoch nicht zur Prophylaxe geeignet.

Dosierung: am ersten Krankheitstag stündlich, am zweiten Krankheitstag alle 2 Stunden und ab dem dritten Krankeheitstag 3 mal täglich 5 Kügelchen, bis zum Abklingen der Beschwerden.

Mercurius solubilis

Mittel der Wahl bei einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Fieber, anhaltenden und krampfartigen Schmerzen und bei übelriechendem und trüben Urin. Mercurius solubilis wird eher als Ergänzung zu einem Antibiotikum eingesetzt.

Dosierung: Anfangs 4 mal täglich, im weiteren Verlauf 2-3 mal täglich je 5 Kügelchen. Mercurius solubilis sollte maximal 10 Tage angewendet werden, da es zu den stark wirkenden Homöopathika gehört.

Dulcamara

Wenn die Blasenentzündung durch Kälte oder Nässe ausgelöst wurde.

Dosierung: 3 mal täglich 5 Kügelchen bis zum Abklingen der Symptome.

Tipps zur Vorbeugung einer Blasenentzündung:

  • ausreichend trinken, min. 1,5 - 2 Liter pro Tag

  • bei Harndrang so schnell wie möglich eine Toilette aufsuchen

  • nach dem Geschlechtsverkehr zur Toilette gehen

  • das Abputzen nach dem Toilettengang sollte immer von vorne nach hinten erfolgen

  • angepasste, keine übertriebene Imtimhygiene

  • intensiv gewürzte oder scharfe Speisen sollten vermieden werden, damit die Harnwege nicht zusätzlich gereizt werden

  • die Füẞe und die Beckenpartie immer warm halten

  • ausreichend Bewegung