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Lippenherpes

Viele Menschen kennen das… juckende, schmerzhafte Bläschen an den Lippen… LIPPENHERPES!

Lippenherpes ist leider keine Seltenheit und zieht sich durch jede Jahreszeit.

 

 

Definition

 

In der Regel wird Lippenherpes durch Herpes-Simplex-Viren Typ 1 ausgelöst, in seltenen Fällen auch durch Herpes-Simplex-Viren Typ 2. Grundsätzlich ist eine HSV-1 oder -2 Infektion nicht heilbar. Etwa 90% der Bevölkerung tragen das Herpesvirus in sich. Die Erstansteckung erfolgt meist im Kindesalter durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion und ist symptomlos.  Lippenherpes tritt oft, wie der Name schon verrät, im Mundbereich auf, kann aber auch an anderen Stellen, wie Nase und/oder Augen auftreten. Bei einer Herpesinfektion im oder am Auge sollte immer ein Arzt aufgesucht werden!

Lippenherpes ist von den ersten Symptomen (Kribbeln, Rötung, …) bis zur kompletten Abheilung ansteckend!

 

Verlauf

 

Gewöhnlich dauert eine Herpesinfektion 7-10 Tage und heilt meist ohne Narbenbildung ab. Der Verlauf der Herpesinfektion wird in 7 Phasen unterteilt.

  1. Prodromalphase: Kribbeln, Brennen, Schmerzen, Spannungsgefühl. Die Haut ist noch intakt. (Diese Phase tritt nicht bei allen Personen auf).

  2. Erythemphase: Rötung der Haut.

  3. Papelphase: Enstehung schmerzhafter Bläschen.

  4. Vesikelphase: Bläschen füllen sich mit Flüssigkeit, welche Millionen von hochinfektiösen Viren enthält.

  5. Ulzerationsphase: die Bläschen platzen auf und verschmelzen. Es entsteht eine schmerzende, nässende Wunde.

  6. Verkrustungsphase: Bildung von Krusten.

  7. Abheilungsphase: Symptome vergehen ohne Narbenbildung. Die Stelle ist noch einige Tage leicht rosa und empfindlich.

 

 

Risikofaktoren/Ursachen

 

Verschiedene Faktoren können Lippenherpes auslösen. Dazu zählen u.a.:

  • Stresssituationen, Müdigkeit und Schlafmangel

  • das Wetter (UV-Strahlen, Kälte)

  • Fieber und Infektionskrankheiten

  • trockene Lippen

  • hormonelle Veränderungen (Menstruation, Schwangerschaft)

  • Traumata (z.B. Verletzungen im Mundraum)

  • Immunsuppressiva (Medikamente für Autoimmunerkrankungen etc.)

  • Ekelgefühl

Wann zum Arzt?

 

Folgende Personengruppen sollten bei Lippenherpes unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • immungeschwächte Menschen

  • Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder

  • Personen, die an Ekzema oder Neurodermitis leiden

  • Schwangere und Stillende

In diesen Fällen sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden:

  • wenn die Infektion andere Hautpartien betrifft (Augen, Hände, Scheide usw.)

  • bei starken Reaktionen wie Schwellungen und Rötungen der Haut, eitrige Hautreaktionen, offene Hautpartien

  • wenn mehr als 6 Herpesepisoden pro Jahr auftreten oder länger als 10 Tage

  • wenn die Infektion mit Fieber oder einem Krankheitsgefühl einhergeht

  • bei Verdacht auf Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut).

 

 

Behandlung

 

Lokale, medikamentöse Behandlung

          Aciclovir und Penciclovir (rezeptfrei)

Mittel der ersten Wahl sind die Virushemmer Aciclovir und Penciclovir.

Im Vergleich zu Aciclovir ist Penciclovir auch nach der Bläschenphase wirksam. Das Auftragen von Aciclovir ist nach dem Aufplatzen der Bläschen sinnlos.

S/ Aciclovir: ab den ersten Symptomen 5x täglich auftragen.

S/ Penciclovir: (ab 12 Jahre) ab den ersten Symptomen 6x täglich auftragen.

          Zink (rezeptfrei)

Zink fördert die Wundheilung und wirkt juckreizlindernd.

          Hydrokolloidpflaster (rezeptfrei)

Diese Patches enthalten keine antiviralen Wirkstoffe. Sie schützen den betroffenen Bereich und minimieren das Ansteckungsrisiko. Durch das feuchte Wundmilieu heilt die Stelle schneller und es bilden sich weniger Krusten.

 

Orale, medikamentöse Behandlung

Herpes wird oral behandelt, wenn Cremes etc. unzureichend sind oder wenn mehr als 6x jährlich eine Herpesinfektion auftritt.

Mittel der Wahl sind Aciclovir und Valaciclovir (rezeptpflichtig).

 

Phytotherapie

In der Pflanzenheilkunde wird Melissenextrakt gegen Herpes eingesetzt. Dies gibt es in Form von Creme, welche so schnell wie möglich nach Auftreten der ersten Symptome aufgetragen werden soll.

 

Homöopathie

In der Homöopathie werden verschiedene Mittel gegen Herpes verwendet. Welches Mittel man nehmen sollte, kommt auf die persönlichen Beschwerden an. Unter anderem werden hier Rhus toxicodendron und Vaccinotoxinum eingesetzt. Bei den Schüsslersalzen die Nr. 3 Ferrum phosphoricum, die Nr. 4 Kalium chloratum und die Nr. 8 Natrium chloratum.

 

Hausmittel

Von Zahnpasta, Teebaumöl, Essig und Co. wird eher abgeraten, da sie reizend wirken und die Haut austrocknen. Die Beschwerden können sich dadurch verschlimmern.

 

 

Tipps gegen Herpes

 

  • Rezidive vorbeugen! Trigger vermeiden, die eine Infektion auslösen können. (Siehe Risikofaktoren/Ursachen)

  • Eine gute Lippenpflege ist sehr wichtig, bei starker UV-Strahlung am besten mit integriertem Sonnenschutz (LSF 30)

  • Hygiene Regeln:

    • Den Herpes nicht anfassen!

    • Vor und nach der Anwendung von Cremes sollten die Hände gründlich gewaschen werden.

    • Cremes am besten mit einem Wattestäbchen auftragen.

    • Auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten.

    • Nach der Infektion sollte die Zahnbürste gewechselt werden.

    • In der Akutphase sollten die Handtücher und Waschlappen nicht mit den Lippen in Berührung kommen, die später weiter oder von anderen Familienmitgliedern verwendet werden.

    • Gläser, Besteck usw. sollten nicht gemeinsam während einer Herpesepisode genutzt werden.

    • Enger Körperkontakt und Küssen sollten vermieden werden.

    • Bei Kontakt mit Säuglingen wird das Tragen einer chirurgischen Maske empfohlen.