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Menstruationsbeschwerden

Mit Einsetzen der Menstruation beginnt die fruchtbare Zeit im Leben einer Frau. Leider beginnen auch oft die damit einhergehenden Regelschmerzen.

Die Menstruation

Unter Menstruation oder Regelblutung versteht man die monatliche Blutung der Gebärmutter, sie ist Teil des weiblichen Zyklus, welcher hormonell gesteuert ist. Die erste Menstruation tritt in der Pubertät auf, die letzte in den Wechseljahren. Sie tritt 1 mal im Monat für ungefähr 3-5 Tage auf, dies ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich.

Der Zyklus

Der monatliche Zyklus ist durch den Aufbau und den anschlieẞenden Abbau der Gebärmutterschleimhaut gekennzeichnet.

Die Schleimhaut dient der Aufnahme und Ernährung der Eizelle. Die Regelblutung entsteht, weil die Gebärmutterschleimhaut im Zuge des Mentruationszyklus auch wieder abgestoẞen wird, wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde. Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Blutung. Der Zyklus dauert bei den meisten Frauen durchschnittlich 28 Tage.

Was kann Menstruationsbeschwerden verstärken?

Verschieden Fraktoren können die Regelbeschwerden beeinflussen:

- akute oder chronische Krankheiten

- Störungen des hormonellen Gleichgewichts

- psychischer und körperlicher Stress

- Ernährung (extreme Diäten und Fehlernährung)

- verschiedene Medikamente

- niedriges Körpergewicht

Dysmenorrhö

Dysmenorrhö ist der medizinische Fachausdruck für schmerzhafte Regelbeschwerden. Man unterscheidet zwischen einer primären und einer sekundären Dysmenorrhö.

 

Primäre Dysmenorrhö

Die primären Regelschmerzen beginnen meist ab Eintritt der ersten Regelblutung und begleiten viele Frauen bis zu den Wechseljahren. Zu den typischen Symptomen gehören Unterleibskrämpfe, Rückenschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Durchfall oder Kopfschmerzen. Es liegen keine organischen Ursachen vor.

 

Sekundäre Dysmenorrhö

Man spricht von sekundären Regelschmerzen, wenn die Ursache eine andere Erkrankung ist. Dazu gehören zum Beispiel Endometriose, Myome, Verwachsungen,… Ebenfalls können schlecht sitzende Verhütungsmittel, wie die Spirale, verstärkte Regelschmerzen verursachen.

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das PMS bezeichnet Beschwerden, die ungefähr zwei Wochen bis einige Tage vor der Menstruation beginnen und meist mit Einsetzen der Blutung aufhören. Das PMS wird ausgelöst durch ein Ungleichgewicht von Hormonen und Nerven-Botenstoffen. Die Beschwerden unterscheidet man in körperliche und psychische Symptome.

Körperliche Beschwerden:

- Spannungsgefühl in der Brust

- Pickel

- Kopfschmerzen

- Bauchschmerzen

-…

Psychische Beschwerden:

- Reizbarkeit

- Überempfindlichkeit

- Stimmungschwankungen

-…

Wann zum Arzt?

Starke Regelschmerzen sollten NICHT die Regel sein!

Leider gehören bei den meisten Frauen LEICHTE Menstruationsbeschwerden bis zu den Wechseljahren zum Leben dazu. Werden diese Schmerzen jedoch schlimmer, so dass die Lebensqualität beeinträchtigt wird, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, um eventuelle Ursachen abzuklären. Sowieso sollte Frau ab dem Auftreten der ersten Regel, jährlich zur Kontrolluntersuchung zum Gynäkologen gehen.

Behandlung

Medikamentös

Ibuprofen

Hat eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung und wird somit häufig bei schmerzhaften Regelbeschwerden eingesetzt. Ibuprofen kann auch bei Stillenden eingesetzt werden.

Dosierung ab 12 Jahre: 400mg bis zu 3 mal täglich zu den Mahlzeiten.

Naproxene

Hat ebenfalls wie Ibuprofen eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Im Vergleich zu Ibuprofen tritt die Wirkung jedoch erst später ein, hält dafür aber länger an.

Dosierung ab 12 Jahre: 220mg max. 3 mal täglich zu den Mahlzeiten.

Paracetamol

Hat eine schmerzstillende Wirkung.

Dosierung ab 12 Jahre: 500mg bis 1000mg max. 3 mal täglich.

Butylscopolamin

Hat eine entkrampfende Wirkung, also ideal bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden.

Dosierung ab 12 Jahre: 10mg bis 20mg max. 3 mal täglich.

Butylscopolamin gibt es auch als Kombipräparat mit Paracetamol, dadurch erhält man eine schmerzstillende und entkrampfende Wirkung.

Antibabypille (rezeptpflichtig)

Die Antibabypille hat in den meisten Fällen einen positiven Effekt bei Regelbeschwerden, denn sie kann Schmerzen und starke Blutungen lindern. Ob die Antibabypille bei Menstruationsbeschwerden in Frage kommen kann, muss immer mit einem Gynäkologen besprochen werden.

Pflanzliche Mittel

Mönchspfeffer (Vitrex angus-castus)

Auch Keuschlamm genannt, hat eine schmerzlindernde und entkrampfende Wirkung, deswegen wird es auch häufig beim Prämenstruellen Syndrom angewandt. Mönchspfeffer reguliert den Hormonhaushalt, was eine positive Wirkung auf den Zyklus und die damit verbundenen Schmerzen hat. Der einzige Nachteil beim Mönchspfeffer ist, dass er erst nach ungefähr 3 Monaten seine volle Wirkung entfaltet.

Kräutertees

Verschiedene Heilpflanzen, wie Schafgarbe, Melisse, Fenchel und Frauenmantel werden häufig in Form von Tee bei Regelbeschwerden eingesetzt.

Homöopathie

In der Homöopathie werden viele Präparate, wie Magnesium phosphoricum, Pulsatilla und Chamomilla bei Regelbeschwerden angewendet. Um das passende Präparat zu finden, muss man allerdings die genauen Symptome einer Patientin kennen, welche von Frau zu Frau sehr unterschliedlich sein können. Daher kann man keine allgemeine Empfehlung für alle Frauen aussprechen. Die Präparate sind also individuell auf die Patientin abgestimmt.

Tipps zur Linderung von Regelbeschwerden

- Wärme tut gut! Wärmende Kleidung, eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen können die Schmerzen lindern.

- Stress vermeiden! Während der Menstruation ist es ratsam, sich kleine Freiräume und Zeit für sich einzuplanen.

- Leichte Bewegung! Ein Spaziergang oder ruhige Sportarten wie Yoga oder Pilates können Regelschmerzen mildern.

- Das richtige Essen! Während der Periode soll man auf eine leichte, gut verdauliche und ballaststoffreiche Kost achten.